Red Bull Stratos 2012: Felix Baumgartner beschleunigt auf 1.300 km/h im freien Fall

In naher Zukunft am Rand des Weltalls: Der Stratosphärenballon erreicht sechsunddreißig Kilometer Höhe. Hier schwebt Ozon um den Globus, absorbiert Licht und UV-Strahlung. Mitten im Dunkelblau springt “Agent 502″. Sein Absprung beginnt in einer Schicht der Erdatmosphäre, die Temperaturwechsel von – 60 bis 0 Grad Celsius aufweist.
Diesen Mann könnte man “irre” nennen, aber die Motivation liegt für ihn auf der Hand. Er will nicht nur Rekorde brechen, er wird der Wissenschaft einzigartige Erkenntnisse schenken. Im freien Fall beschleunigt sein Körper auf Überschallgeschwindigkeit. Aber kann ein Mensch – kann Extremsportler Felix Baumgartner – diesen Bedingungen standhalten.

Vier Weltrekorde auf einmal

Mit einem Sprung aus 36.000 Metern hat der 41-Jährige die Gelegenheit, in Zusammenarbeit mit Red Bull Stratos und einem Expertenteam, vier Rekorde auf einen Streich einzustellen. Zunächst ist es der Rekord für den höchsten bemannten Ballonflug. Natürlich überbietet Baumgartner die bisherige Höchstleistung für die Absprunghöhe, der bisher bei etwa 31 Kilometern liegt. Zudem erreichte noch kein Mensch im freien Fall Überschallgeschwindigkeit und fiel so lange Zeit (geschätzte 5:30 Minuten). Niemand weiß demzufolge genau, wie sein Körper reagieren wird. Was geschieht, wenn er das Bewusstsein verliert? Die Erkenntnisse könnten eines Tages der Raumfahrt dienen.

Unter der Stratosphäre erreicht Felix Baumgartner die Troposphäre. Beinahe aller Wasserdampf und neunzig Prozent der Luft befinden sich hier. Die Troposphäre begleitet den Extremsportler bis zum Erdboden von Roswell/ New Mexico. Ganz in der Nähe wurde auch der alte Rekord aufgestellt. Die dünne Besiedelung und die leichte Zugänglichkeit qualifizieren den Ort für das gewagte Experiment.

Was qualifiziert Felix Baumgartner?

Jahrelange B.A.S.E.-Jump-Erfahrung, Expertenwissen und intensives Training. Felix Baumgartner hat in seiner Karriere einige der spektakulärsten Sprünge absolviert. So sprang er beispielsweise vom rechten Arm der Christus Statue in Rio de Janeiro. Er sprang vom 509 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101. Nur mit einem Carbonflügel bestückt überflog er den Ärmelkanal.

Seit 2005 arbeiten Baumgartner und sein Team nun an Red Bull Stratos. Auch der Rekordhalter von 1960, US Air Force-Testpilot Joe Kittinger, steht dem B.A.S.E.-Jumper zur Seite. Bisher starben viele beim Versuch Kittingers Rekorde zu brechen. Damit Felix Baumgartner überlebt, trainierte er hart. Er übte sich in Bungee-Sprüngen im Raumanzug und harrte bei minus sechzig Grad in der Druckkammer aus. Panikattacken, bedingt durch die Beengtheit des Raumanzugs, zehrten bisher besonders an seinen Kräften. Sie sind nur ein Risikofaktor beim Sprung.

Am Ende des Falls: Nach 36 Kilometern erreicht Felix Baumgartner den Erdboden, hoffentlich gesund und gedämpft von einem zuverlässigen Fallschirm. Der genaue Termin steht noch aus. Baumgartner ist bereit.

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